Was ist die Schufa und wer steckt dahinter?
Die Schufa Holding AG ist eine privatwirtschaftliche Auskunftei mit Sitz in Wiesbaden. Sie wurde 1927 gegründet und sammelt Kreditwürdigkeitsdaten über Privatpersonen in Deutschland. Gesellschafter sind Banken, Sparkassen, Handelsunternehmen und Telekommunikationsanbieter. Diese Vertragspartner melden Daten an die Schufa und erhalten im Gegenzug Bonitätsauskünfte. Die Schufa ist kein staatliches Unternehmen und keine Behörde. Sie unterliegt der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Derzeit speichert sie Daten zu rund 68 Millionen Personen. Aufsichtsbehörde ist der Hessische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit.
Wie unterscheiden sich Basisscore und Branchen-Score?
Der Basisscore ist ein allgemeiner Prozentwert, der die statistische Wahrscheinlichkeit angibt, mit der eine Person ihren Zahlungsverpflichtungen nachkommt. Er wird vierteljährlich aktualisiert und liegt zwischen 0 und 100 Prozent. Branchen-Scores hingegen sind speziell für bestimmte Wirtschaftsbereiche berechnet, etwa für Banken, Versicherungen, Telekommunikation oder den Versandhandel. Sie berücksichtigen branchenspezifische Erfahrungswerte und können daher vom Basisscore abweichen. Ein Basisscore von 97 Prozent gilt als gut. Branchen-Scores werden auf einer anderen Skala ausgegeben, häufig als Buchstaben- oder Zahlenkombination, deren genaue Bedeutung die Schufa nicht vollständig offenlegt.
Welche Daten speichert die Schufa über mich?
Die Schufa speichert personenbezogene Stammdaten wie Name, Geburtsdatum und Anschriften. Hinzu kommen Informationen zu Girokonten, Kreditkarten, Ratenkrediten, Leasingverträgen und Mobilfunkverträgen. Gespeichert werden außerdem Kreditanfragen, Bürgschaften sowie negative Merkmale wie nicht bezahlte Forderungen, Mahnbescheide, Vollstreckungsbescheide, eidesstattliche Versicherungen und Privatinsolvenzen. Keine Speicherung erfolgt für Einkommen, Vermögen, Beruf, Familienstand oder Kontobewegungen. Die Schufa darf gemäß BDSG § 31 nur Daten verarbeiten, die für die Beurteilung der Kreditwürdigkeit relevant sind. Welche Daten konkret gespeichert sind, erfahren Sie über die kostenlose Datenkopie nach DSGVO Art. 15.
Wie fordere ich die kostenlose Schufa-Auskunft an?
Nach DSGVO Art. 15 haben Sie das Recht auf eine kostenlose Datenkopie einmal pro Jahr. Diese können Sie schriftlich per Post, per Online-Formular auf der Schufa-Website oder per Ident-Verfahren anfordern. Benötigt werden Name, Geburtsdatum, aktuelle und frühere Anschriften sowie eine Kopie des Personalausweises. Die kostenlose Variante heißt offiziell "Datenkopie nach Art. 15 DSGVO". Davon zu unterscheiden ist die kostenpflichtige "Schufa-BonitätsAuskunft", die für Dritte gedacht ist und etwa 29,95 Euro kostet. Achten Sie darauf, gezielt die kostenlose Datenkopie anzufordern, da die Schufa auf ihrer Website beide Varianten anbietet.
Wie lange dauert es, bis ich die Schufa-Datenkopie erhalte?
Nach DSGVO Art. 12 Abs. 3 muss die Schufa die Datenkopie innerhalb von einem Monat nach Eingang des Antrags bereitstellen. Bei komplexen oder zahlreichen Anfragen kann diese Frist um weitere zwei Monate verlängert werden, worüber Sie jedoch informiert werden müssen. In der Praxis dauert die Bearbeitung bei postalischer Anfrage häufig zwei bis vier Wochen. Bei Online-Anfragen mit digitalem Identitätsnachweis kann es schneller gehen. Reagiert die Schufa nicht fristgerecht, können Sie Beschwerde beim Hessischen Datenschutzbeauftragten einlegen oder rechtliche Schritte einleiten.
Was steht in der Schufa-Auskunft und wie lese ich sie?
Die Datenkopie enthält alle gespeicherten Stammdaten, eine Liste aller Vertragspartner, die Daten gemeldet haben, sowie sämtliche gespeicherten Einträge mit Datum, Art und Status. Außerdem sind Anfragen der letzten zwölf Monate aufgeführt. Der Basisscore wird als Prozentwert angegeben. Prüfen Sie zunächst, ob alle Einträge korrekt sind: Stimmen Konten, Kreditverträge und Forderungen mit Ihrer tatsächlichen Situation überein? Achten Sie auf Einträge mit dem Status "offen" oder auf unbekannte Gläubiger. Jeder Eintrag enthält Datum der Speicherung und voraussichtliches Löschdatum, was für die Einschätzung der Restlaufzeit wichtig ist.
Wie unterscheiden sich harte und weiche Schufa-Anfragen?
Eine weiche Anfrage, auch Konditionsanfrage genannt, wird gestellt, wenn ein Anbieter Ihre Bonität prüft, ohne dass ein konkreter Vertragsabschluss unmittelbar bevorsteht, etwa bei einem Kreditvergleich. Sie ist für andere Vertragspartner nicht sichtbar und beeinflusst den Score nicht. Eine harte Anfrage, auch Kreditanfrage, wird bei einem konkreten Kreditantrag gespeichert und ist für andere Banken zwölf Monate lang sichtbar. Sie kann den Score leicht senken. Achten Sie darauf, bei Kreditvergleichen ausdrücklich eine "Konditionsanfrage" zu verlangen, nicht eine "Kreditanfrage". Der Unterschied ist im Antragsformular oft als Checkbox formuliert.
Welche Anfragen verschlechtern meinen Score?
Ausschließlich harte Kreditanfragen können den Score negativ beeinflussen. Sie werden gespeichert, wenn Sie einen Kredit, eine Kreditkarte oder einen Mobilfunkvertrag beantragen und der Anbieter eine vollständige Bonitätsprüfung durchführt. Mehrere solcher Anfragen in kurzer Zeit signalisieren statistisch erhöhten Kreditbedarf und können den Score senken. Konditionsanfragen, Eigenanfragen nach DSGVO Art. 15 sowie Anfragen durch Inkassounternehmen zur Adressermittlung verschlechtern den Score nicht. Auch Arbeitgeberanfragen oder Anfragen im Rahmen von Mietbonitätsprüfungen sind in der Regel scoreneutral, sofern sie korrekt als solche gekennzeichnet sind.
Wann werden positive Einträge gelöscht?
Positive Einträge wie ordnungsgemäß zurückgezahlte Kredite oder geschlossene Konten werden in der Regel drei Jahre nach Vertragsende gelöscht. Laufende Verträge bleiben gespeichert, solange sie bestehen. Kreditanfragen werden nach zwölf Monaten gelöscht, sind aber nur für zehn Monate für Dritte sichtbar. Girokonten werden nach drei Jahren ab Schließung entfernt. Kreditkarten ebenfalls drei Jahre nach Kündigung. Diese Fristen basieren auf dem Verhaltenskodex der Schufa, nicht auf gesetzlichen Vorgaben. Positive Einträge stärken den Score, solange sie gespeichert sind, da sie eine langjährige zuverlässige Zahlungshistorie belegen.
Wann werden Negativeinträge gelöscht (Fristen nach Schufa-Code)?
Die Löschfristen richten sich nach dem Verhaltenskodex der deutschen Auskunfteien. Nicht bezahlte Forderungen, die nach Mahnung gemeldet wurden, werden drei Jahre nach Ende des Kalenderjahres gelöscht, in dem die Forderung beglichen wurde. Vollstreckungsbescheide und Mahnbescheide werden drei Jahre nach Ausstellungsjahr gelöscht. Eidesstattliche Versicherungen und Haftbefehle zur Erzwingung der Vermögensauskunft bleiben drei Jahre gespeichert. Privatinsolvenzen werden drei Jahre nach Erteilung der Restschuldbefreiung gelöscht. Einträge aus dem Schuldnerverzeichnis der Insolvenzgerichte werden nach drei Jahren entfernt. Alle Fristen beginnen jeweils zum Ende des betreffenden Kalenderjahres.
Wie widerspreche ich einem falschen Schufa-Eintrag?
Stellen Sie einen Fehler fest, wenden Sie sich schriftlich an die Schufa und fordern Sie die Berichtigung oder Löschung des Eintrags gemäß DSGVO Art. 16 und Art. 17. Legen Sie Belege bei, etwa Kontoauszüge, Quittungen oder Schreiben des Gläubigers. Die Schufa ist verpflichtet, den Eintrag während der Prüfung zu sperren. Parallel sollten Sie den meldenden Gläubiger kontaktieren und eine Widerrufserklärung anfordern. Reagiert die Schufa nicht oder lehnt die Korrektur ab, können Sie Beschwerde beim Hessischen Datenschutzbeauftragten einlegen oder zivilrechtlich vorgehen. Eine Frist für die Bearbeitung beträgt nach DSGVO Art. 12 einen Monat.
Was passiert mit erledigten Forderungen in der Schufa?
Wenn eine offene Forderung beglichen wird, meldet der Gläubiger dies an die Schufa. Der Eintrag erhält dann den Status "erledigt", wird aber nicht sofort gelöscht. Er bleibt noch drei Jahre nach Ende des Kalenderjahres der Erledigung gespeichert. In dieser Zeit ist der Eintrag für Vertragspartner sichtbar und kann die Kreditwürdigkeit beeinträchtigen. Bei Forderungen unter 2.000 Euro, die innerhalb von sechs Wochen nach Meldung beglichen werden, kann eine sofortige Löschung beantragt werden, sofern die Forderung nicht zuvor tituliert wurde. Dieser Anspruch ergibt sich aus dem Schufa-Verhaltenskodex.
Was bedeutet ein Eintrag mit dem Status 'erledigt'?
Ein Eintrag mit dem Status "erledigt" zeigt, dass eine ursprünglich offene Forderung inzwischen beglichen wurde. Der Eintrag ist damit nicht gelöscht, sondern lediglich als abgeschlossen markiert. Er bleibt für Vertragspartner der Schufa sichtbar und kann die Bonitätsbewertung weiterhin negativ beeinflussen, da er auf eine frühere Zahlungsstörung hinweist. Die Restlaufzeit bis zur automatischen Löschung beträgt drei Jahre ab Ende des Erledigungsjahres. Ein erledigter Eintrag wirkt sich in der Regel weniger stark aus als ein offener, wird aber von vielen Kreditgebern dennoch als Risikosignal gewertet.
Wie verbessere ich meinen Schufa-Score nachhaltig?
Eine nachhaltige Scoreverbesserung erfordert Zeit und konsequentes Verhalten. Zahlen Sie bestehende Verbindlichkeiten pünktlich und vollständig. Reduzieren Sie die Anzahl Ihrer Kreditkarten und Konten auf das Notwendige. Vermeiden Sie mehrere Kreditanfragen in kurzer Zeit. Halten Sie Dispokredite möglichst niedrig. Lassen Sie laufende Verträge ordnungsgemäß auslaufen, anstatt sie vorzeitig zu kündigen. Prüfen Sie Ihre Schufa-Datenkopie regelmäßig auf Fehler und lassen Sie falsche Einträge korrigieren. Eine langjährige positive Zahlungshistorie ist der stärkste Faktor für einen guten Score. Kurzfristige Tricks existieren nicht; der Score verbessert sich schrittweise über Monate und Jahre.
Schadet das Aufkündigen alter Konten meinem Score?
Das Schließen eines Girokontos oder einer Kreditkarte kann den Score kurzfristig leicht senken, da positive Zahlungshistorie entfällt und die Anzahl aktiver Verträge sinkt. Allerdings ist der Effekt in der Regel gering. Problematischer ist es, wenn ein Konto mit langer, positiver Geschichte geschlossen wird, da dies die durchschnittliche Kontolaufzeit verkürzt. Andererseits können zu viele offene Konten ebenfalls negativ wirken, da sie ein höheres potenzielles Kreditrisiko signalisieren. Eine moderate Anzahl aktiver, ordnungsgemäß geführter Konten ist optimal. Konten, die Sie nicht nutzen, aber auch keine Kosten verursachen, können Sie ruhig bestehen lassen.
Wie wirkt sich ein Kreditantrag auf den Score aus?
Jeder konkrete Kreditantrag löst eine harte Schufa-Anfrage aus, die für zwölf Monate gespeichert und zehn Monate für andere Vertragspartner sichtbar ist. Mehrere Kreditanfragen innerhalb kurzer Zeit können den Score messbar senken, da sie statistisch auf finanziellen Stress hindeuten. Eine einzelne Anfrage hat in der Regel nur einen geringen Effekt. Um den Score zu schonen, sollten Sie Kreditvergleiche über Konditionsanfragen durchführen lassen. Erst wenn Sie sich für ein konkretes Angebot entscheiden, sollte eine Kreditanfrage gestellt werden. Nach Ablauf der zehn Monate ist die Anfrage für Dritte nicht mehr sichtbar und verliert ihren Einfluss.
Was bedeutet ein Score von unter 80?
Ein Basisscore unter 80 Prozent gilt bei der Schufa als erhöhtes Ausfallrisiko. Werte zwischen 95 und 97,5 Prozent gelten als gut bis sehr gut, Werte zwischen 90 und 95 Prozent als zufriedenstellend. Unter 80 Prozent stuft die Schufa das Risiko als "deutlich erhöht" ein. In der Praxis bedeutet das, dass Kreditanträge häufiger abgelehnt werden oder nur zu schlechteren Konditionen genehmigt werden. Auch Mietverträge, Mobilfunkverträge oder Ratenzahlungen können verweigert werden. Die genaue Auswirkung hängt vom jeweiligen Vertragspartner ab, da jedes Unternehmen eigene Vergabekriterien festlegt.
Welche Branchen bekommen welche Daten aus der Schufa?
Die Schufa gibt Daten nur an Vertragspartner weiter, die ihrerseits Daten melden und ein berechtigtes Interesse nachweisen. Banken erhalten umfangreiche Kreditinformationen inklusive Negativmerkmale. Telekommunikationsanbieter erhalten Informationen zur allgemeinen Zahlungsfähigkeit. Versicherungen können eingeschränkte Bonitätsdaten abrufen. Vermieter und Arbeitgeber erhalten in der Regel nur eine vereinfachte Bonitätsauskunft, sofern Sie als Betroffener zustimmen. Inkassounternehmen können Adressdaten anfragen. Welche Daten konkret übermittelt werden, richtet sich nach dem jeweiligen Branchen-Score und dem Verwendungszweck. Vertragspartner dürfen Daten nur zweckgebunden nutzen, wie es DSGVO Art. 5 vorschreibt.
Was ist ein Inkasso-Eintrag und wie werde ich ihn los?
Ein Inkasso-Eintrag entsteht, wenn ein Inkassounternehmen eine offene Forderung an die Schufa meldet. Voraussetzung ist, dass die Forderung fällig, unbestritten und trotz Mahnung nicht beglichen wurde. Bestreiten Sie die Forderung dem Grunde oder der Höhe nach, darf der Eintrag nicht gespeichert werden. Zahlen Sie die Forderung, erhält der Eintrag den Status "erledigt" und wird nach drei Jahren gelöscht. Bei Forderungen unter 2.000 Euro, die innerhalb von sechs Wochen nach Meldung beglichen werden, kann sofortige Löschung beantragt werden. Prüfen Sie stets, ob die Forderung berechtigt ist, bevor Sie zahlen, da eine Zahlung den Eintrag nicht automatisch sofort entfernt.
Wann verjähren Schufa-Forderungen?
Die zivilrechtliche Verjährung einer Forderung und die Speicherdauer in der Schufa sind zwei verschiedene Sachverhalte. Die reguläre Verjährungsfrist beträgt nach BGB § 195 drei Jahre, beginnend am Ende des Jahres, in dem die Forderung entstanden ist. Nach Ablauf der Verjährung kann der Gläubiger die Forderung nicht mehr gerichtlich durchsetzen. Die Schufa hingegen löscht Einträge nach eigenen Fristen, unabhängig von der zivilrechtlichen Verjährung. Ein verjährter Eintrag kann also noch in der Schufa stehen. Titulierte Forderungen, etwa durch Vollstreckungsbescheid, verjähren nach BGB § 197 erst nach 30 Jahren und können entsprechend länger gespeichert bleiben.
Welche Daten darf die Schufa nicht speichern?
Die Schufa darf keine besonderen Kategorien personenbezogener Daten nach DSGVO Art. 9 speichern, also keine Informationen zu Gesundheit, Religion, politischer Überzeugung, ethnischer Herkunft oder Gewerkschaftszugehörigkeit. Ebenfalls unzulässig sind Daten zu Einkommen, Vermögen, Kontoständen oder Kontobewegungen. Beruf, Familienstand und Anzahl der Kinder dürfen nicht gespeichert werden. Forderungen, die ernsthaft bestritten werden, dürfen nicht als Negativeintrag gemeldet werden. Daten, deren Speicherung unverhältnismäßig wäre oder für die kein berechtigtes Interesse besteht, sind nach BDSG § 31 unzulässig. Verstöße können beim zuständigen Datenschutzbeauftragten gemeldet werden.
Was passiert mit der Schufa nach einer Privatinsolvenz?
Mit Eröffnung des Insolvenzverfahrens wird ein entsprechender Eintrag in der Schufa gespeichert. Dieser bleibt während des gesamten Verfahrens bestehen. Nach Erteilung der Restschuldbefreiung, die in der Regel nach drei Jahren erfolgt, wird der Eintrag drei Jahre nach Ende des Jahres der Restschuldbefreiung gelöscht. Bis dahin ist die Kreditwürdigkeit erheblich eingeschränkt. Parallel dazu werden Einträge im Schuldnerverzeichnis der Insolvenzgerichte nach drei Jahren entfernt. Nach vollständiger Löschung aller insolvenzrelevanten Einträge können Sie wieder regulär am Wirtschaftsleben teilnehmen. Eine vorzeitige Löschung ist in der Regel nicht möglich.
Kann ich Schufa-Einträge vorzeitig löschen lassen?
Eine vorzeitige Löschung ist nur in bestimmten Fällen möglich. Bei Forderungen unter 2.000 Euro, die innerhalb von sechs Wochen nach Meldung vollständig beglichen werden und nicht tituliert sind, kann sofortige Löschung beantragt werden. Bei nachweislich falschen Einträgen besteht ein Anspruch auf Löschung nach DSGVO Art. 17. Wenn die Datenverarbeitung von Anfang an unrechtmäßig war, gilt dasselbe. In allen anderen Fällen laufen die regulären Fristen. Angebote von Dienstleistern, die gegen Gebühr eine vorzeitige Löschung versprechen, sind in der Regel unseriös, da sie keine rechtliche Grundlage haben, die über Ihre eigenen Rechte hinausgeht.
Was ist der Unterschied zwischen Schufa und Creditreform/Crif Bürgel?
Die Schufa ist die größte deutsche Auskunftei für Privatpersonen und speichert Daten zu rund 68 Millionen Verbrauchern. Creditreform und Crif Bürgel sind ebenfalls Auskunfteien, die sowohl Verbraucher- als auch Unternehmensdaten verwalten. Crif Bürgel entstand aus der Fusion mehrerer Auskunfteien und ist besonders im Versandhandel und bei Telekommunikationsunternehmen verbreitet. Creditreform ist traditionell stärker im B2B-Bereich tätig. Alle drei unterliegen DSGVO und BDSG und müssen auf Anfrage kostenlose Datenkopien bereitstellen. Es ist möglich, bei einer Auskunftei einen Negativeintrag zu haben, bei einer anderen jedoch nicht, da Meldungen nicht automatisch synchronisiert werden.
Welche Rechte habe ich gegenüber der Schufa nach DSGVO?
Nach der DSGVO stehen Ihnen folgende Rechte zu: Auskunftsrecht nach Art. 15, also Einsicht in alle gespeicherten Daten; Berichtigungsrecht nach Art. 16 bei falschen Daten; Löschungsrecht nach Art. 17 bei unrechtmäßiger Speicherung; Einschränkungsrecht nach Art. 18 während einer Prüfung; Widerspruchsrecht nach Art. 21 gegen die Verarbeitung; sowie das Recht auf Beschwerde bei der Aufsichtsbehörde nach Art. 77. Außerdem haben Sie nach Art. 22 das Recht, nicht ausschließlich einer automatisierten Entscheidung unterworfen zu werden, wenn diese erhebliche Auswirkungen hat. Dieses Recht ist bei Kreditablehnungen auf Basis des Schufa-Scores relevant.
Wie kann ich meine Schufa-Daten dauerhaft kontrollieren?
Die Schufa bietet kostenpflichtige Abonnementdienste an, die eine kontinuierliche Überwachung der gespeicherten Daten ermöglichen. Diese kosten je nach Paket zwischen 3,95 und 6,95 Euro monatlich. Kostenlos haben Sie einmal jährlich Anspruch auf die Datenkopie nach DSGVO Art. 15. Nutzen Sie dieses Recht regelmäßig, um Fehler frühzeitig zu erkennen. Prüfen Sie nach jedem Vertragsabschluss oder jeder Kreditaufnahme, ob die Meldung korrekt erfolgt ist. Auch andere Auskunfteien wie Crif Bürgel oder Creditreform sollten Sie gelegentlich anfragen, da dort ebenfalls Daten gespeichert sein können, die Ihre Bonität beeinflussen.
Was bedeutet bonitätsabhängiger Zinssatz?
Ein bonitätsabhängiger Zinssatz bedeutet, dass der tatsächliche Zinssatz eines Kredits von der individuellen Kreditwürdigkeit des Antragstellers abhängt. Werbung mit einem bestimmten Zinssatz zeigt häufig den günstigsten möglichen Satz, den nur Kunden mit sehr guter Bonität erhalten. Gesetzlich vorgeschrieben ist nach § 6a PAngV die Angabe des repräsentativen Beispiels, das den Zinssatz zeigt, den mindestens zwei Drittel der Kunden tatsächlich erhalten. Kunden mit schlechterer Bonität zahlen höhere Zinsen oder erhalten den Kredit gar nicht. Vergleichen Sie daher stets den effektiven Jahreszins und fragen Sie explizit nach dem für Sie persönlich geltenden Zinssatz.
Hat ein Schufa-freier Vertrag Nachteile für mich?
Verträge, die ohne Schufa-Prüfung abgeschlossen werden, sind häufig mit höheren Kosten verbunden. Anbieter kompensieren das erhöhte Ausfallrisiko durch höhere Zinsen, Vorauszahlungen, Gebühren oder ungünstigere Konditionen. Bei Ratenkrediten ohne Schufa-Prüfung sind effektive Jahreszinsen von 10 bis über 15 Prozent keine Seltenheit. Außerdem werden solche Verträge häufig von weniger regulierten Anbietern angeboten, was das Risiko unseriöser Geschäftspraktiken erhöht. Ein weiterer Nachteil: Ordnungsgemäß bediente Verträge ohne Schufa-Meldung verbessern Ihren Score nicht, da keine positiven Daten gemeldet werden. Prüfen Sie daher stets das Gesamtpaket kritisch.
Bin ich verpflichtet, Schufa-Einwilligungen zu unterschreiben?
Eine gesetzliche Pflicht zur Unterzeichnung einer Schufa-Einwilligung besteht nicht. Allerdings können Vertragspartner einen Vertragsabschluss verweigern, wenn Sie die Einwilligung zur Schufa-Abfrage nicht erteilen. In der Praxis ist die Einwilligung bei Kreditverträgen, Mobilfunkverträgen und Mietverträgen faktisch Voraussetzung. Zu unterscheiden ist zwischen der Einwilligung zur Abfrage bestehender Daten und der Einwilligung zur Meldung neuer Daten. Letztere kann in manchen Fällen verweigert werden, ohne dass der Vertrag scheitert. Lesen Sie Einwilligungsklauseln sorgfältig, da pauschale Formulierungen nach DSGVO Art. 7 unwirksam sein können, wenn sie nicht hinreichend spezifisch sind.
Bekomme ich trotz Schufa-Eintrag ein Girokonto?
Ja. Seit 2016 haben Sie nach dem Zahlungskontengesetz (ZKG) § 31 einen gesetzlichen Anspruch auf ein Basiskonto, auch Pfändungsschutzkonto oder P-Konto genannt. Dieses Konto muss Ihnen jedes Kreditinstitut, das Zahlungskonten für Verbraucher anbietet, eröffnen, unabhängig von Ihrer Bonität oder vorhandenen Schufa-Einträgen. Das Basiskonto ermöglicht grundlegende Bankdienstleistungen wie Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen. Ein Dispokredit ist damit in der Regel nicht verbunden. Verweigert eine Bank die Kontoeröffnung ohne sachlichen Grund, können Sie Beschwerde bei der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) einlegen.