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Splitter

Ein Splitter ist ein kleines passives Filtergerät, das bei klassischen DSL-Anschlüssen zum Einsatz kommt und die parallele Nutzung von Telefon und Internet über dieselbe Kupferleitung ermöglicht. Das Gerät trennt die hochfrequenten DSL-Signale von den niederfrequenten Telefonsignalen, sodass beide Dienste störungsfrei nebeneinander funktionieren können. Der Splitter wird direkt an der Telefondose installiert und verfügt über separate Ausgänge für das DSL-Modem und die Telefongeräte. Technisch gesehen arbeitet der Splitter mit Frequenzweichen: Telefonie nutzt den Bereich bis etwa 4 kHz, während DSL-Signale oberhalb von 25 kHz übertragen werden. Durch diese Frequenztrennung verhindert der Splitter gegenseitige Störungen und sorgt für stabile Verbindungen. Mit der zunehmenden Verbreitung von IP-basierten Anschlüssen und All-IP-Technik verliert der klassische Splitter allerdings an Bedeutung, da moderne Router die Signaltrennung intern übernehmen oder die Telefonie komplett über das Datennetz abgewickelt wird.

Technische Funktionsweise des Splitters

Der Splitter arbeitet nach dem Prinzip der Frequenzweiche und nutzt passive elektronische Bauteile wie Kondensatoren und Spulen, um verschiedene Frequenzbereiche voneinander zu trennen. Die analoge Telefonie belegt dabei das Frequenzband von etwa 300 Hz bis 3,4 kHz, während DSL-Signale je nach Standard zwischen 25 kHz und mehreren MHz liegen. ADSL (Asymmetric Digital Subscriber Line) nutzt beispielsweise Frequenzen bis 1,1 MHz, ADSL2+ bis 2,2 MHz und VDSL2 sogar bis 30 MHz. Der Splitter enthält einen Tiefpassfilter, der nur die niedrigen Telefonfrequenzen zum Telefonanschluss durchlässt, sowie einen Hochpassfilter, der die höheren DSL-Frequenzen zum Modem weiterleitet. Diese passive Bauweise benötigt keine externe Stromversorgung und funktioniert rein durch die elektrischen Eigenschaften der verbauten Komponenten. Das Gerät wird zwischen Telefondose und Endgeräten geschaltet und verfügt typischerweise über drei Anschlüsse: einen Eingang zur Telefondose sowie je einen Ausgang für Telefon und DSL-Modem.

Verschiedene Splitter-Varianten und Bauformen

Es existieren mehrere Bauformen von Splittern, die sich in Montageort und Funktionsumfang unterscheiden. Der klassische Kundensplitter wird direkt beim Endkunden an der Telefondose installiert und ist die am weitesten verbreitete Variante. Daneben gibt es den zentralen Splitter, der bereits in der Vermittlungsstelle des Netzbetreibers sitzt und die Frequenztrennung für alle angeschlossenen Leitungen zentral vornimmt. Bei dieser Variante entfällt die Installation beim Kunden. Integrierte Splitter sind in modernen DSL-Modems oder Routern bereits eingebaut, sodass kein separates Gerät mehr benötigt wird – das Modem übernimmt die Frequenztrennung intern. Für VDSL-Anschlüsse kommen oft spezielle VDSL-Splitter zum Einsatz, die für die höheren Frequenzbereiche bis 30 MHz ausgelegt sind. Manche Anbieter setzen auch auf splitterlose DSL-Lösungen, bei denen spezielle Mikrofilter direkt an jedem Telefongerät angebracht werden, statt einen zentralen Splitter zu nutzen. Diese Variante ist flexibler, kann aber bei mehreren Telefonanschlüssen aufwendiger in der Installation sein.

Praktische Bedeutung für Internetnutzer

Für Endkunden mit klassischen DSL-Anschlüssen ist der Splitter ein unverzichtbares Gerät, um Internet und Telefon gleichzeitig nutzen zu können. Ohne Splitter würden Telefongespräche durch DSL-Signale gestört, was sich durch Knacken, Rauschen oder Verbindungsabbrüche bemerkbar machen würde. Umgekehrt könnte auch die Internetverbindung instabil werden. Die Installation ist in der Regel unkompliziert: Der Splitter wird zwischen die Telefondose (TAE-Dose) und die Endgeräte geschaltet. Das DSL-Modem wird über ein spezielles Kabel mit dem DSL-Ausgang verbunden, während Telefone und Faxgeräte an den Telefonausgang angeschlossen werden. Bei modernen All-IP-Anschlüssen, bei denen auch die Telefonie vollständig über das Internetprotokoll läuft, entfällt der Splitter meist komplett. Hier wird nur noch der Router direkt an die Telefondose angeschlossen, und Telefone werden entweder per DECT-Basis am Router oder als IP-Telefone betrieben. Wer von einem alten DSL-Anschluss auf All-IP umstellt, kann den Splitter in der Regel entfernen und durch eine direkte Verbindung zwischen Dose und Router ersetzen.

Vor- und Nachteile der Splitter-Technologie

Der größte Vorteil des Splitters liegt in seiner einfachen und zuverlässigen Funktionsweise. Als passives Gerät benötigt er keine Stromversorgung, hat keine beweglichen Teile und ist praktisch wartungsfrei. Die klare Frequenztrennung sorgt für stabile Verbindungen ohne gegenseitige Störungen. Zudem ermöglicht der Splitter die Weiternutzung vorhandener analoger Telefongeräte neben dem DSL-Betrieb. Die Kosten sind minimal, und die Installation ist auch für technische Laien meist problemlos durchführbar. Nachteile zeigen sich vor allem bei älteren oder minderwertigen Splittern, die nicht für höhere DSL-Standards ausgelegt sind. Ein für ADSL ausgelegter Splitter kann bei VDSL-Anschlüssen die Geschwindigkeit begrenzen oder Verbindungsprobleme verursachen. Auch zusätzliche Verbindungsstellen bedeuten potenzielle Fehlerquellen – lockere Stecker oder korrodierte Kontakte können die Signalqualität beeinträchtigen. Bei mehreren Telefondosen in der Wohnung kann es kompliziert werden, da theoretisch an jeder Dose ein Filter benötigt wird. Mit der Umstellung auf All-IP-Technik wird der Splitter zunehmend obsolet, was die Verkabelung vereinfacht, aber auch den Verlust der Telefoniefähigkeit bei Stromausfall bedeutet, da IP-Telefonie auf einen stromversorgten Router angewiesen ist.

Worauf beim Anschluss und bei Problemen achten

Bei der Installation eines Splitters sollten einige grundlegende Punkte beachtet werden. Zunächst muss sichergestellt sein, dass der Splitter zum gebuchten DSL-Standard passt – für VDSL-Anschlüsse mit Geschwindigkeiten über 50 Mbit/s ist ein VDSL-fähiger Splitter erforderlich. Die Kabelwege sollten möglichst kurz gehalten werden, besonders zwischen Splitter und DSL-Modem, da längere Kabel die Dämpfung erhöhen und die Übertragungsgeschwindigkeit reduzieren können. Hochwertige, geschirmte Kabel minimieren Störeinflüsse. Alle Steckverbindungen müssen fest sitzen, da Wackelkontakte häufige Ursachen für Verbindungsprobleme sind. Falls trotz korrekt installiertem Splitter Störungen auftreten, sollte geprüft werden, ob alle Telefongeräte wirklich über den Splitter angeschlossen sind – ein direkt an der Dose angeschlossenes Telefon kann die DSL-Verbindung massiv stören. Auch andere Geräte wie Alarmanlagen oder Faxgeräte müssen berücksichtigt werden. Bei der Umstellung auf einen neuen Anschlusstyp sollte mit dem Anbieter geklärt werden, ob noch ein Splitter benötigt wird oder ob dieser entfernt werden kann. Moderne Router mit integrierter Splitter-Funktion vereinfachen die Installation erheblich und reduzieren mögliche Fehlerquellen auf ein Minimum.